Wirtschaft:
Seit der Gründung
der Stadt als Festung und portugiesischer
Handelsposten breitete
sich Rio de Janeiro aus und
füllte
allmählich das gesamte Gebiet
zwischen der Küste und den
Bergen des Hinterlandes aus.
Der wirtschaftliche Kern der
Stadt konzentriert sich um die
die Avenida
Presidente Vargas und
die Avenida Rio Branco. Dazu
gehören einige
hohe Bürogebäude. Im
Norden stehen ausgedehnte Industriebezirke
und Wohngebiete.
Da Rio de Janeiro
das beliebteste Reiseziel für
Touristen im Land ist, sind auch
die bedeutendsten
Wirtschaftszweige der Stadt mit dem Fremdenverkehr,
dem Dienstleistungs- und dem Finanzsektor verbunden.
In Südamerika steht
die Stadt in wirtschaftlicher
Hinsicht hinter São
Paulo an zweiter Stelle.
Rio de Janeiro ist auch einer
der Hauptstandorte der herstellenden
Industrie in Brasilien, überwiegend
Bekleidung, chemische und pharmazeutische
Produkte, Möbel, Metallwaren,
Nahrungsmittel, Schiffe und Textilien
werden hier hergestellt.
Das Bankwesen ist
dominierend, und die zweitgrößte
Börse des Landes, die „Bolsa
da Valores do Brasil“, hat
ihren Sitz in der Stadt. Eine ebenfalls
bedeutende Rolle in der Wirtschaft
Rio de Janeiros spielt die Landwirtschaft in
der Umgebung der Stadt. Hauptexportgüter
sind vor allem Kaffee
und Sojabohnen.
Probleme bereiten die Inflation
und die hohe Arbeitslosigkeit,
auch die Unterschiede zwischen
der armen und reichen Bevölkerung
sind gravierend, was mit ein Grund
dafür ist das sich die Kriminalität
zu einem inoffiziellen
Wirtschaftssektor entwickelt
hat. Insbesondere Touristen
sind häufig Opfer von Kleindiebstahl.
Seit die neue Landeswährung,
der Real, im
Jahre 1994 eingeführt
wurde, hat sich die Wirtschaft
Rio de Janeiros stabilisiert. Noch
1990 sank das Wirtschaftswachstum
und die Inflation war extrem hoch.
Die Stadt war hoch verschuldet
und die Politik richtungslos. Seit
1996 dürfen Ausländer
an den Börsen im Land investieren.
Um zahlreichere Investitionen aus
dem Ausland anzuziehen, hat die
brasilianische Regierung außerdem
die Handelsbeschränkungen
abgeschafft, Industriebereiche
privatisiert und die Tarife gesenkt.
Diese Maßnahmen haben den Marktzugang
für ausländische
Unternehmen nach Rio de Janeiro
erleichtert, die dadurch
ihre Gewinnspanne erhöhen
konnten.
Zu den bedeutendsten,
teilweise internationalen, Konzernen
mit Sitz in Rio
de Janeiro gehören
unter anderem EmbraTel, Esso,
Petrobras, Petroleo Ipiraga, Shell
und Texaco.
Die im Vergleich zu anderen Städten
hohe Konzentration an Konsulaten
hat zahlreiche Firmen dazu veranlasst,
ihren südamerikanischen
Hauptsitz nach Rio
de Janeiro zu verlegen. Die
bedeutendsten Investoren sind
US-amerikanische Konzerne, aber
auch deutsche und japanische.
Der größte Teil
der Handelsorte und Unternehmen
sind in der Innenstadt und
in Barra
de Tijuca ansässig.
Verkehr:
Rio de Janeiro ist eine
bedeutende Hafenstadt an den Schifffahrtsrouten,
die die Küstenstädte
im Nordosten des Landes
mit den wirtschaftlich stärker
entwickelten Gebieten im Südosten
Brasiliens
verbinden. Mit den anderen Teilen
des Landes ist die Stadt durch
ein ausgedehntes Netz an Eisenbahn-
und Fluglinien verbunden. Im Februar
2000 wurde am Galeão - Antônio
Carlos Jobim International
Airport von Rio de Janeiro
ein neues Terminal mit einer
Kapazität von bis
zu acht Millionen Passagieren
pro Jahr fertiggestellt. Neben
den Internationen Flughafen
gibt es noch den lokalen Aeroporto Santos
Dumont für den
Inlandsverkehr.
Neugebaute Straßentunnel
und die Rio-Niterói-Brücke,
die sich 14 Kilometer über
die Guanabara-Bucht nach Niterói
erstreckt, haben den Pendlerverkehr,
der regelmäßig zu Staus
führte, etwas entlastet.
Die
Metrô Rio de Janeiro wurde
am 15. März 1979 eingeweiht
und befährt heute zwei Linien
mit einer Länge von 36,9 Kilometern
und 32 Bahnhöfen. Beide
Linien stehen beim Bahnhof
Estacio miteinander
in Verbindung. Weitere vier Linien
sind in Planung. Darunter eine
privat finanzierte Strecke vom
Bahnhof Carioca an der Linie 1
durch einen Unterwassertunnel
unter der Guanabarabucht nach
Niteroi und São Gonçalo.
Betreibergesellschaft der U-Bahn
ist Opportrans–Concessão
Metroviária S.A.
Am
30. Januar 1859 nahm
die erste Pferdestraßenbahn
der Stadt ihren Betrieb auf.
Die sieben Kilometer lange
Strecke zwischen Rio de Janeiro
und dem Vorort
Tijuca war nach
New York (1832), Paris (1855),
Santiago de Chile (1857) und
Mexiko-Stadt (1858) die fünfte
der Welt.
Am 8. Oktober
1892 eröffnete
der Vizeprädident Brasiliens,
Floriano Peixoto, zwischen Largo
da Carioca und Largo do Machado
in Rio de Janeiro die erste elektrische
Straßenbahn des
Landes. Durch den zunehmenden
Autoverkehr wurde das früher umfangreiche Netz
fast vollständig stillgelegt.
Die Straßenbahn befährt
heute nur noch einen acht
Kilometer langen Streckenabschnitt nach Silvestre
(Anschluss an die Corcovado Bergbahn)
und Paula Mattos, beide Stationen
im Stadtteil
Santa Teresa gelegen.
Die Lage der Straßenbahn
außerhalb des Stadtzentrums
und die spektakuläre Strecke
von der stadtseitigen Endstation über
ein früheres Aquädukt bewahrte
sie vor der Stilllegung. Neben
der Straßenbahn in
Braunschweig ist diese Bahn die
letzte auf der Welt, die mit
der Spurweite 1.100
Millimeter betrieben
wird.
Auf den 704
Meter hohen Corcovado führt eine Bergbahn. Die meterspurige
Zahnradbahn wurde 1884 eröffnet.
Den Gipfel konnte man allerdings
erst ab dem 1. Juli 1885 erreichen.
Der Auftrag für die Bahn
wurde bereits am 7. Januar 1882
durch Kaiser Dom
Pedro II. erteilt.
Die beiden Ingenieure Teixeira
Soãres
und Francesco Passos erhielten
eine Konzession für den
Bau der Bahn. Im Jahre 1910 wurde
die eingleisige Strecke durch
die Sulzer
AG aus der Schweiz elektrifiziert.
Sie war damit die erste elektrisch
betriebene Bahn in Brasilien.
Trolleybusse fuhren zwischen dem 3. September
1962 und April 1971 in der Stadt.
Medien:
Eine
große Bedeutung in Rio
de Janeiro haben die Printmedien.
Deren Niveau ist verhältnismäßig
hoch, da sich die Presse vorwiegend
an die oberen und mittleren Einkommensschichten
richtet. Zeitungen wie das „Jornal
do Brasil“ und die politischen
Magazine „Istoé“ und „Veja“ brauchen
den internationalen Vergleich
nicht zu scheuen. Brasilien hat
auch ein großes Boulevardblatt,
die Zeitung „O Povo na Rua“ (Das
Volk auf der Straße), die
vorwiegend von den Menschen der
unteren Einkommensschichten Rio
de Janeiros gelesen wird.
90
Prozent der Einwohner in
der Stadt verfügen über
einen Fernseher. Die Fernsehsender
orientieren sich am nordamerikanischen
Vorbild und bevorzugen überwiegend
Unterhaltungssendungen und Spielfilme,
die hohe Einschaltquoten und Werbeeinnahmen
versprechen. Fernsehgebühren
werden nicht erhoben. Zusätzlich
existieren in vielen Favelas Lokalradios (teils
illegal), die hauptsächlich
Musik und Künstler aus den
Favelas zu Wort kommen lassen.
Das
Kabelfernsehen setzt
sich in Rio de Janeiro immer
weiter durch und enthält alle großen
nationalen Fernsehsender (TV
Globo, Record, Bandeirantes, Rede
TV, TV Cultura) aber
auch die Programme von ESPN
(Sportkanal), CNN (Nachrichtensender),
RAI (Radiotelevisione Italiana)
und MTV sowie alle wichtigen
Rundfunkstationen. Dazu gehören
unter anderem Rádio
CBN (Central Brasileira
de Noticias), Jovem Pan, Radiobrás,
Rádio Eldorado, Nove de
Julho und Rádio Católica.
Bildung:
Rio de Janeiro
beherbergt zahlreiche Universitäten,
Hoch- und Fachschulen, Forschungsinstitute
und Bibliotheken. Zu den führenden
Bildungsstätten gehören
die Bundesuniversität (eröffnet
1920), die Universität des
Bundesstaates Rio de Janeiro (1950)
und die Bischöfliche Katholische
Universität (1941). Des
Weiteren befinden sich in der
Stadt das Nationalarchiv
und die Nationalbibliothek.
Das
Schuljahr in Rio de Janeiro und ganz Brasilien beginnt Anfang
Februar und endet Mitte Dezember.
Im ganzen Monat Juli sind Winterferien.
Die
Grundschulausbildung ist kostenfrei
und obligatorisch. Schulpflicht
besteht zwischen dem siebenten
und fünfzehnten
Lebensjahr.
Viele der Schüler beenden
ihre Ausbildung nicht, da sie schon
vorher arbeiten müssen, um
sich mit dem erworbenen Geld ihren
Lebensunterhalt zu verdienen. So
können über zehn Prozent
der Erwachsenen in Rio de Janeiro
weder lesen noch schreiben. Durch Abendschulen für die arbeitenden
Kinder und Fernkurse über
Rundfunk und Fernsehen konnten
einige Erfolge in der Alphabetisierung
erzielt werden.
Die Bildung wird über öffentliche
wie auch über private Institutionen
vermittelt. Sie gliedern sich
in die Bereiche der Vor-
und Grundschule,
Sekundarschule (Mittel- und höhere
Schule) sowie die Universität
(mit der Möglichkeit von Studiengängen
für Postgraduierte).
Auf
Grund der hohen Zahl an Studienplatzbewerbern
verlangen öffentliche wie
auch private
Hochschulen eine Aufnahmeprüfung
(Vestibular). Nach dem erfolgreichen
Abschluss des Studiums wird dem
Absolventen der akademische Grad
eines Bachelor verliehen.
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